22. März 2005

21. März 2005

Katastrophen-Management

Was tun, wenn die Geschehnisse überhand nehmen? Was tun, wenn man in kollektiver oder individueller Hinsicht mit dem konfrontiert ist, das

a) einen zutiefst verletzt und demütigt
b) alles Vertrauen, das man gegeben hat, ad absurdum führt
c) der GAU schlechthin ist
d) das Selbst in eine Erfahrung des Todes stürzt
e) einem völlig den Boden unter den Füßen wegzieht
f) unausweichlich das Herz zerreißt ?

Was kann man da tun?

simpel: nichts.

Mit anderen Worten:
sich dem Leben selber anvertrauen. Mit der Angst sein, mit der Verzweiflung sein, mit der Trauer sein – mit allem sein, was Wirklichkeit ist. Wach, aber ohne Kampf, ohne Jammern, ohne Bedingungen, ohne Erwartungen, ohne Konzepte, ohne Weglaufen. Bei dem bleiben, was die Wahrheit ist - ganz gleich ob diese Wahrheit erfreulich oder grauenvoll ist. Eine bedingungslose Haltung zur Ist-heit aufrechterhalten. Immer wieder liebevoll hinsehen und alles mit gleichem Dank akzeptieren. Alle Emotionen umarmen. Nicht jeden und alles lieben – sondern so sehr man eben kann.

Sterben. Seinen Wünschen, Hoffnungen, Erwartungen, Begierden friedvoll und offen in die Augen blicken und sie sterben lassen. Nackt und verletzlich, die Rüstung abgelegt, mit offenen Händen liegen bleiben. Sich ganz auf den Grund des Leidens sinken lassen und still bleiben.

Und dann...

FREUDE! Schallendes Gelächter! Ich bin ja immer noch da!

Sei dir bewußt: Das ist die Chance Zeugnis darüber abzulegen wer du bist. Wer bist du in Beziehung zu dieser Katastrophe? Die Grandiosität der Katastrophe ist der Hintergrund auf dem sich deine Grandiosität erst abbilden kann. Sei dankbar für dieses Feuer, das so heiß ist, dass es im Nu alles Falsche und Jämmerliche an dir verbrennen kann.
You cannot control the waves-but you can learn to surf.

"Und so lang du das nicht hast,
Dieses: stirb und werde,
Bist du nur ein trüber Gast
auf der dunklen Erde."
--J.W.v.Goethe, West-östlicher Diwan

Übt die Wunden der Liebe.

Übt die Wunden der Liebe.

Übt die Wunden der Liebe.

Übt die Wunden der Liebe.

19. März 2005

Aufklärung Reloaded

"Entschuldigen sie bitte, was wissen sie über Erleuchtung?"

"Haben sie schon mal Meditation ausprobiert?"

"Wie stehen sie zu der Philosophie von Ken Wilber?"

"Sagt ihnen der Begriff 'integral' irgend etwas?"

"Glauben sie, dass der Mensch sich selber transzendieren kann?"


Machen wir uns nicht lächerlich.

Niemand von uns würde in der Fußgängerzone der Innenstadt herumlaufen und fremde Menschen mit solchen Fragen belästigen.

Aber warum eigentlich nicht? Ist Aktionismus und soziales Engagement eigentlich nur ein Vorrecht des Grünen Memes?

Wie könnte man einen integralen Wertekanon wenigstens sichtbar machen? Ein integrales Lebenszeichen im Mainstream, ein Tupfer gelb auf der Farbpalette.

Joschka Fischer neulich in einer Rede vor dem Bundestag sinngemäß: Es ist nicht so, dass die eine Seite immer recht und die andere Seite immer unrecht hat...

Wir brauchen eine Aufklärung der Aufklärung der Aufklärung: Aufklärung reloaded. Die Aufklärung der Grünen über den evolutionären Zusammenhang der pluralistischen Perspektiven. Die Aufklärung der Gesellschaft über „leben und leben lassen“ der Wertesysteme. Ein selbstbewusstes Auftreten einer verantwortunsgsvollen, mitfühlenden Gruppe von Menschen, die von authentischer Transformation nicht bloß spricht, sondern ein lebendiges Vorbild dafür ist. Ich schmeiß mich selber dafür schon mal in die Waagschale- über die anderen verfüge ich nicht.

Da haben wir „integrale Salons“ und ein putziges kleines Integrales Institut in Amerika. Einen AK Ken Wilber und eine Handvoll Unerschrockener angesichts einer Masse Hoffnungsloser. Das ist nicht genug, um die Ego-Verkrustungen der Medien zu durchbrechen, geschweige denn die Flachland-Zyniker einmal lang genug aufschauen zu lassen, bevor sie sich wieder ihrem erschreckend sinnlosen Traum hingeben.

Ich bitte den Himmel um eine Inspiration. Zeit mag eine Illusion sein – doch sie läuft der Erde davon. Es muss doch möglich sein, dass die Menschheit wenigstens einmal durch nüchternes Beobachten Schlüsse zieht und nicht erst auf die nächste Katastrophe wartet, bevor sie die Richtung ändert.

Also mach schon, Neo: die rote, oder die blaue Kapsel?

14. März 2005

ITP-kompatibles Mantra zum alltäglichen Gebrauch

Gebet des hl. Franziskus von Assisi

Herr,
mache mich zum Werkzeug deines Friedens:
Dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
Dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
Dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist,
Dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
Dass ich Wahrheit bringe, wo Irrtum herrscht,
Dass ich Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
Dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit herrscht,
Dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet-

O Meister,
Hilf mir, dass ich nicht danach verlange:
Getröstet zu werden, sondern zu trösten,
Verstanden zu werden, sondern zu verstehen,
Geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn:
Wer gibt, der empfängt,
Wer verzeiht, dem wird verziehen,
Wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.
Amen.

Cartoon über menschliche Evolution

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"Ich hab mich schon gefragt, wann dir auffallen würde, dass es da noch viel mehr Stufen gibt."

13. März 2005

Bericht : Wilber /Gebser-Seminar - Uni Oldenburg WS 04/05

von Dennis Wittrock

Im Wintersemester fand an der Uni Oldenburg erstmals ein Seminar unter dem vielversprechenden Titel: „Evolution des Bewusstseins und kultureller Wandel: Ken Wilber und Jean Gebser – Integrales Bewusstsein in der Gegenwart“ unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Peter Gottwald , Sabine Mählmann und mir statt. Das Seminar wurde im Rahmen des Studiengangs Psychologie (im Speziellen: im Bereich der transpersonalen Psychologie) abgehalten, war jedoch auch für Philosophie ausgeschrieben. Professor Gottwald (bereits emeritiert) ist gegenwärtig der Vorsitzende der deutschen Sektion der Jean Gebser Gesellschaft und hatte schon über mehrere Jahre Seminare über Jean Gebsers Konzeption des Integralen Bewusstseins gegeben. Für dieses Semester hatte er sich dazu entschlossen, die Übereinstimmungen zwischen Wilbers und Gebsers Werk zu erkunden.

Inhalte
Zu diesem Zweck lud er Sabine und mich als ausgewiesene Wilber-Experten dazu ein, diesen Teil der Darstellung zu übernehmen. Dies taten wir in den ersten fünf Sitzungen, die jeweils den zentralen Inhalten von Wilbers AQAL-Modell gewidmet waren. Es ging um eine Übersicht über Wilber und seine wichtigsten Bücher, über Holons und die vier Quadranten, die Linien und Level der Entwicklung, Spiral Dynamics, die Drehpunkte der Selbstentwicklung und die Zustände des Bewusstseins. Ich selber habe viel mit Power-Point-Präsentationen gearbeitet, um den frontalen Vortragsstil etwas aufzulockern und neue Medien mit einzubeziehen.
Nach einer besinnlichen Weihnachtsfeier mit Kerzen, Tee und Keksen, zu der die Teilnehmer eine Weihnachtsgeschichte mitbrachten und sich gegenseitig zu Gehör brachten, übernahm dann im neuen Jahr Prof. Gottwald mit seiner Darstellung von Jean Gebser. Ferner gab es eine Sitzung zum Thema „Das Integrale“, die wir gemeinsam gestaltet haben. Wir sprachen auch über die Beziehungen zwischen dem Integralen und der Zen-Tradition. Sabine übernahm einer Sitzung zum Thema „Ökologie“ und Prof. Gottwald gab uns eine erhellende Interpretation der „Faust“-Geschichte aus integraler Warte. Stefanie Tangeten stellte uns intergrale Institutionen und Webseiten vor. In einer Abschlusssitzung trugen wir die Ergebnisse zusammen, reflektierten den Seminarverlauf und klärten noch einige offene Fragen.

Das Publikum
Zu den Seminaren erschienen regelmäßig 20-25 Zuhörer, von denen ein großer Teil Prof. Gottwalds Stammhörer aus dem vorherigen Gebser-Seminaren waren. Dieser Teil war altersmäßig zwischen 45 und 65 angesiedelt. Der andere Teil wurde durch viele jüngere Studierende vor allem aus dem Bereich der Psychologie in unserem Alter (zwischen 22 und 30) gestellt, was in sich eine interessante Mischung darstellte und die Altersstruktur der Vortragenden nahezu exakt reflektierte.

Neben dem Seminar
Das Seminar (16-18h) wurde jeden Montag flankierend begleitet von Zen-Meditation (18-20h) und einem integralen Salon (20-21.30h). Im Anschluss an das Seminar gab es die Möglichkeit, im hiesigen „Raum der Stille“ (eine Besonderheit der Oldenburger Uni) meditative Praxis mit einer vor Ort praktizierenden Gruppe von Zen-Übenden in der Linie der Sanbo-Kyodan-Schule (Gundula Meyer/Willigis Jäger) unter der Anleitung von Bernd Bollweg auszuüben. Nach dieser Stille-Phase konnte man dann im integralen Salon bei Tee und anderen Leckereien alle möglichen Themen diskutieren, Wilber-Videos schauen oder Beiträgen der Seminarteilnehmer lauschen. Hier ergaben sich oft lebhafte Gespräche und wertvolle persönliche Kontakte, die zu der Idee geführt haben, den „integralen Salon Oldenburg“ über das Seminar hinaus weiter zu führen.

Fazit
Ich denke, dass es nicht vermessen ist zu behaupten, dass das Seminar für alle ein großer Erfolg war. Was für jeden einzelnen erfolgt ist, vermag ich indessen nicht zu sagen, jedoch was die Essenz für mich war. Dieses Seminar war für mich eingespannt in einen großen Bogen synergetischer Energie, den ich rund um integrale Denker und Bewegungen schon zuvor wahrgenommen habe. Durch eine glückliche Fügung ergab es sich für mich, dass mir die Gelegenheit geschenkt wurde, das zu tun, was ich schon lange schmerzlich vermisst habe: Ken Wilbers Gedanken im universitären Rahmen thematisieren zu können. Witzigerweise durfte ich selber das Seminar mitgestalten, das ich früher gerne besucht hätte.
Dies verdanke ich meiner Bekanntschaft mit Peter Gottwald. Aber es ist keineswegs so, dass diese Dankbarkeit und Bereicherung eine Einbahnstraße gewesen wäre: Wie Peter versichert hat, hat auch die „Gebser-Fraktion“ aus Oldenburg viel frischen Wind und neue Ideen aus dem Seminar mitnehmen können - ein Schwung, der auch der allmählich vergreisenden Jean Gebser-Gesellschaft mehr neues Leben einhauchen könnte.
Und weil das Ganze eine solch runde Sache und ein voller Erfolg gewesen ist, dürfen wir uns schon im kommenden WS 05/06 auf eine Neuauflage des Wilber / Gebser-Seminars in Oldenburg freuen!

Das Team von links nach rechts:
Sabine, Steffi, Dennis und Peter
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12. März 2005

Nach KORALL kommt das PINKE MEME!

Hey Leute,

Neuigkeiten: Man hat jetzt die ersten Indizien für das Emergieren eines neuen vMEMEs gefunden: Es wird das PINKE MEME. Hier erste Beweisfotos von der evolutionären Speerspitze
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10. März 2005

Warum eigentlich fundamental integral?

Dieser Blog heisst "fundamental integral".

Why?

'cos da 'fun' comz from 'da' 'mental'
(neudeutsch für : "Denken macht Spass".)

Fundamentalismus hat einen schlechten Ruf. Was aber, wenn alle "fundamental integral" wären? Dann würde man beim Anblick eines Flachländers spontan seinen "Integralizer" zücken, ohne Augenzwinkern abdrücken, und...

ZAPP!

Quadranten fliegen durch die Luft, Memes spritzen nur so umher, alles fällt in eine gähnende Tiefe, der Raum dreht sich komplett auf links und faltet sich in absurden, fraktalen Zickzackmustern, die dualistische Logik knirscht und knarzt, Sprache nimmt Urlaub und fährt auf eine Spritztour ins Schweigen des Einen Geschmacks.

Version B :

Ken Wilber reißt die Weltherrschaft an sich und das integrale Institut schaltet alle Regierungen gleich. Propaganda-Minister Andrew Cohen fragt in einer feurigen Rede den integralen Mob "WOLLT IHR DIE TOTALE TRANSFORMATION!"
Und der Mob brüllt und jubelt!!!

What do you think?
Ihr dürft alle Beiträge kommentieren.

iMove Treffen in Bremen

Danke an alle, die dabei waren und dieses Treffen so wunderbar durch ihre Präsenz bereichert haben - ein echtes Präsent...

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etwas Poesie ist immer gern gelesen...

Regen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Im stillen Herzen
Nur Geplätscher

Fiel zu Boden
Mit jedem Tropfen
Nichts mehr zu erhaschen
Die Sorgen einfach weggewaschen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Im Rauschen ertrunken
Im Moment versunken
Heimliches Entzücken
Freudiges Erglücken
gluck, gluck, gluck

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Entblößt und unbekleidet
völlig nackt und offenbar
stummes Erstaunen
Tropfen um Tropfen wunderbar

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Völlig ausgeflossen
vom Blitz erschossen
total zerprasselt
und vergossen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Mit dem Herzen lauschen:
Ich bin nur Rauschen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Vernichtet: Ich

nur Regen regte sich.

Dennis Wittrock
Kiel, den 25.04.2002

9. März 2005

Willkommen!

Willkommen! Schön, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast.

Zum Einstieg erstmal ein kleiner Reminder in Bezug auf das Wort "BLOG".
Was heißt das eigentlich?
So viel ich weiß ist das eine Abkürzung für Web-Logbuch: weblog --> blog.

Ich werd hier dann in Zukunft mal alltägliche Reflexionen aus integraler Warte einstreuen und um die Gnade des Lesers betteln....