26. September 2007

'Integrale Transdisziplinarität' - meine Magisterarbeit





Derzeit schreibe ich an meiner Magisterarbeit im Fach Philosophie an der Uni Bremen.

Sie trägt den sexy Titel:

"Perspektiven inter- und transdisziplinärer Kooperation im Lichte des integralen methodologischen Pluralismus Ken Wilbers"


Hier die Grundidee der Arbeit in einfachen Begriffen:

Wenn mehrere wissenschaftliche Disziplinen zusammenarbeiten, dann gibt es mindestens drei große Kooperationsweisen: Multi-, Inter- und Transdisziplinarität.

Multidisziplinarität ist rein additiv, akkumulativ. Zusammenhänge zwischen den Forschungsfeldern sind - wenn sie überhaupt vorkommen - zufällig.

Interdisziplinarität ist eine Kooperationsform, bei der die Partner aus verschiedenen Disziplinen zusammenkommen und sich gemeinsam über das Forschungsziel absprechen. Geforscht wird getrennt. Am Ende des Projekts wird dann versucht (noch mal schnell) eine Synthese der Ergebnisse und eine Gesamtaussage hinzukriegen.

Bei Transdisziplinarität arbeiten Forscher aus verschiedenen Disziplinen den gesamten Forschungsprozess über zusammen und bringen einander gegenseitig die Methoden bei, bzw. entwickeln sie gemeinsam. Es ist die seltenste und anspruchvollste Kooperationsform.

Allen diesen drei Formen ist gemein, dass ihnen eine Meta-Theorie und ein Meta-Paradigma fehlt, dass eine begründete Entscheidung darüber zulassen würde, wie Disziplinen miteinander sinnvoll kombiniert werden sollten und wie ihre Ergebnisse in einem umfassenderen Rahmen zu interpretieren und zu integrieren sind.

Ken Wilbers "integraler methodologischer Pluralismus" (IMP) ist exakt das, was in diesem Feld des disziplinenübergreifenden Arbeitens so dringend benötigt wird. Insbesondere aus der 'Transdisziplinaritäts-Ecke'wird immer wieder der Ruf nach einer "Meta-Sprache" oder einer "Meta-Theorie" laut.

Programm meiner Arbeit ist, zu zeigen wie IMP hier weiterhelfen kann und welche Normen man daraus für inter- und transdisziplinäres Arbeiten daraus entwickeln kann, z.b. dass man stets mindestens eine Methodologie aus jedem Quadranten dabei haben sollte, oder besser noch: aus jeder Zone.

Wenn ihr noch gute Literatur wisst, oder Anregungen und Feedback für mich habt, meldet euch bei mir. dennis.wittrock["at"]yahoo.de
Abgabetermin ist im Dezember 2007.


14. September 2007

Integrale Hilfe für Suchtkranke: Integral Recovery von John Dupuy




Unser guter Freund John Dupuy aus Utah hat ein Modell zur Behandlung von Alkohol- und Suchtkrankheit entwickelt, das auf AQAL basiert und bereits vorhandene Behandlungsmodalitäten in einen kohärenten Rahmen bringt und sinnvoll mit einer Integralen Lebenspraxis (ILP) kombiniert.

Sein Ansatz verspricht bahnbrechend zu sein. Ken Wilber und Robb Smith, CEO von "Integral Life", sind begeistert von dem Ansatz. Johns Paper wird auch in der nächsten Ausgabe des AQAL Journals erscheinen und hat bereits alle möglichen Vorschußlobeeren geerntet. Im Lesesaal des IF ist sie bereits auf Englisch veröffentlicht worden.

Unter folgendem link kann man ein PDF der Übersetzung des Papers auf Deutsch von der Seite des Integralen Forums herunterladen: ->John Dupuy - Integrale Suchtgenesung<-

Ich bin hocherfreut, dass das IF ihn zu unserer kommenden Tagung im Chiemgau im November einladen konnte. Dort wird er einen Workshop geben, in dem auch die Bedeutung von technologisch unterstützter Meditation, Binaural Beat Brain Entrainment, erörtert werden soll - das allein wäre schon einen Workshop wert.


In der Zwischenzeit solltet ihr euch mal seine neue Webseite anschauen, auf der er seine Arbeit darstellt.

http://www.integralrecovery.com/


John Dupuy ist nebenbei auch ein begabter Musiker, wie der Clip #010 in meinem Podcast zeigt: "A Drunks Prayer"