22. August 2013

Die sprachliche Unschärferelation

Der Orientierungswert fundamentaler Dualismen im Werk von Ken Wilber
oder: "Brille? – Wilber!"

Editorialer Hinweis: Diesen Essay habe ich vor einigen Jahren verfasst. Er wurde seinerzeit auf Frank Vissers Seite "Integral World" veröffentlicht, auch in einer englischen Fassung. Ich finde ihn immer noch anregend, insbesondere auch in Bezug auf Wilbers jüngere Veröffentlichungen zum Thema "Integrale Semiotik" und "integrale Post-Metaphysik". Enjoy!

Mir ist neulich ein Licht aufgegangen, als ich mir Gedanken über das notwendigerweise dualistische Wesen der Sprache gemacht habe. Besonders in seinen frühen Büchern reitet Wilber auf der Tatsache herum, dass sprachlicher und begrifflicher Ausdruck immer nur innerhalb des Bannkreises von Dualismen stattfindet. Wir können nicht aus begrifflichen Paaren heraustreten, die einander erst bedingen und ermöglichen. Das ist das begriffliche Gitter, das wir über die ungeteilte Wirklichkeit legen, aus welcher wir einige Aspekte herausgreifen und sprachlich voneinander trennen.

Seminar: "Life Balance durch integrale Lebenspraxis"

 Vom 25. - 26.07. 2014 werde ich ein Seminar an der Akademie Heiligenfeld geben.

"Life Balance durch integrale Lebenspraxis"

Integrale Lebenspraxis (nach Ken Wilber) ist ein ganzheitliches Cross-Training für die Bereiche Körper, Geist, Seele und Schatten. Jenseits bloßer Stressreduktion ist sie ein Katalysator tiefer Lebensstilveränderung - hin zu kontinuierlicher Entwicklung und Meisterschaft. Durch Präsentationen und Übungen wird ein konkreter Weg aufgezeigt, um eine ausgewogene tägliche Praxis zu etablieren - als entscheidender Schlüssel für körperliche Fitness, geistige Klarheit, emotionale Balance und spirituelle Verwirklichung.

Seminarinhalte:

  • Life-Balance
  • Stressreduktion
  • Lebensstilveränderung
 Zielgruppe: Führungskräfte, Personalentwickler, Trainer, Coaches

>> weitere Informationen und Anmeldung 
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18. August 2013

„Tell me Y!“

Der Kampf um die High-Potentials  der Generation Y

GENERATION "WHY?"

artwork: De Es Schwertberger
Die gegenwärtige Generation der nach 1980 geborenen, die „Gen Y“, oder aufgrund ihrer Internet-Affinität manchmal auch „Digital Natives“ genannt, gibt so manchem Personaler Rätsel auf: „Wollen die auch arbeiten?“ titelte kürzlich die ZEIT bezeichnenderweise. Ja, sie wollen durchaus, und viele sind auch hoch qualifiziert und stark intrinsisch motiviert. Doch gerade hier liegt auch der Hase im Pfeffer, wenn es für die Unternehmen darum geht im „War for Talents“ am Ende die Nase vorn zu haben: die umworbenen „High Potentials“ sind einfach nicht bereit ihre Lebenszeit mit Nebensächlichkeiten wie dem Streben nach Geld, Status und Titeln zu verschwenden. Sie sind vor allem sinngetrieben und wollen ihre Energie am liebsten für Tätigkeiten einsetzen, die ethisch einwandfrei sind und die Welt ein Stückchen besser machen. Die Gleichung „Lohn = Schmerzensgeld“ geht nicht mehr auf. Entsprechend werden insbesondere diejenigen Unternehmen Wettbewerbsvorteile haben, die (abgesehen von fairer Entlohnung) diese Sinndimension authentisch bedienen können, d.h. einen Unternehmenszweck jenseits von reiner Profit- und Dividendenmaximierung vorweisen können. Diese Tendenz, althergebrachte Motivationen in Frage zu stellen veranlasste einige Kommenatoren bereits, die „Gen Y“ zu „Gen Why?“ umzutaufen.