23. Dezember 2005

Man lese den neuen FOCUS und staune



Im aktuellen Focus (Nr.52,vom 23.Dez 2005) findet sich ein interessanter Artikel von Christian Weber über die neuartige Spiritualität der Deutschen. Auch der Name Ken Wilber wird am Rande erwähnt, ohne jedoch positiv oder negativ genauer darauf einzugehen. Der Artikel ist ganz ordentlich recherchiert und enthält unter anderem Bezüge zu Kai Romhardt (mit dem Max Peschek im integralen Salon Bremen ein Kurzseminar in diesem Jahr angeboten hat), Thich Nhat Hanh, Willigis Jäger, Anselm Grün, Richard Davidson, S.H. der Dalai Lama, Eckhart Tolle, Samarpan, OM C. Parkin, William James, Thomas Metzinger, Meister Eckhart, Nagarjuna, Wilfried Belschner (Uni Oldenburg), Susan Blackmore, Ullrich Ott (DER Medi-Forscher Deutschlands, Mentor und Supporter von Steffis Diplomarbeit), etc.

Der Artikel ist der Leitartikel dieser Ausgabe und findet lustigerweise Platz in der Rubrik "Forschung und Technik" und ist betitelt mit "Erleuchtung nicht ausgeschlossen". Diese Art der vorsichtigen Formulierung erinnert mich an den Spruch "kann ja nicht schaden", den ehemalige AK-Medienmann Wolfgang Schmidt-Reinecke einmal als eine überaus progressive Bewertung von Meditation und Spiritualität innerhalb der tranzendenzkritischen Medienlandschaft identifiziert hat. So ist auch dieser Artikel trotz all seiner süffisanten Distanz zu Phänomenen innerhalb der Satsang-Szene differenziert genug geschrieben, um diese neuartige Geistesströmung nicht in Bausch und Bogen ablehnen zu müssen. Er ist geradezu bahnbrechend, denn er schlägt eine Bresche für Spiritualität in den Mainstream. (Magazine wie der SPIEGEL sind mit diesen Themen weniger zimperlich, wie folgender Artikel aus dem Sonntagsblatt dokumentiert.)

Witzigerweise hatte eine Woche zuvor ein Redakteur des Focus telefonisch bei mir und anderen AK-Regioleitern angefragt, um Bildmaterial von Ken Wilber aufzutreiben. Er war nicht der Hauptverantwortliche, aber konnte mir dennoch einige Auskünfte über den Hintergrund des Artikels geben - so etwa, dass zu Weihnachten "etwas über Religion und Spiritualität" im Titel stehen sollte, jedoch "nicht im traditionellen Sinne". Ich konnte ihm leider nicht mit abdruckbaren high-res jpegs dienen, aber dennoch erschien ein Bild von Ken im Artikel. Überschrift: "Coaches für den Geist - Neue spirituelle Lehrer faszinieren in den USA und Europa viele Anhänger." Darunter Bilder und Kurzbeschreibungen von Eckhart Tolle, Paul Lowe, Thomas Hübl, OM C. Parkin und schließlich auch von Ken. Neben seinem Bild steht:
"Ken Wilber, 56 der erleuchtete Philosoph Einer der wenigen neuen spirituellen Lehrer, dessen Werk von Philosophen und Theologen ernst genommen wird. Wilber versucht mit seiner 'integralen Psychologie' eine Theorie der spirituellen Evolution zu begründen."

In der Rubrik "Tipps: Wegweiser Spiritualität" wird neben einem Titel von Willigis Jäger und Thich Nhat Hanh auch Wilbers Buch "Wege zum Selbst" als "Buchtipp" aufgeführt.

Thematisiert werden u.a. noch Techno-Trance, Neo-Tantra, die Satsang-Szene, interkultutelle Universalität der mystischen Erfahrung, Meditationsforschung und Induktion transpersonaler Erfahrungen durch elektromagnetische Impulse auf das Gehirn sowie durch Drogengebrauch.

Der Autor Christian Weber scheint etwas für das Thema übrig gehabt zu haben, denn es kam dabei ein interessanter, informativer, kritischer und wohlwollender Arikel über postkonventionelle Spiritualität heraus. Lesenswert.

Goethe rockt auch heute noch!



"Bis man wirklich Verantwortung übernimmt, gibt es Zweifel, die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und immer Ineffizienz. Was alle Handlungen von Initiative (oder Schöpfung) angeht, so gibt es eine elementare Wahrheit, deren Nichtbeachtung zahllose Ideen und hervorragende Pläne umbringt: dass in dem Moment, in dem man sich definitiv verpflichtet, sich die Vorsehung ebenfalls bewegt. Alle möglichen Dinge, die sonst nie passiert wären, passieren, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen folgt aufgrund der Entscheidung und bringt zu eigenen Gunsten alle Arten von Vorfällen und Begegnungen und materieller Unterstützung, von denen kein Mensch geglaubt hätte, dass sie auf diesem Wege kommen würden. Was immer du meinst oder glaubst, tun zu können, beginne es. Handeln enthält Magie, Anmut und Kraft."

- Johann Wolfgang von Goethe -

11. November 2005

mehr menschliche Größe wagen


Unsere tiefgreifende Angst ist es nicht, daß wir ungenügend sind.
Unsere tiefgreifende Angst ist,
über das Meßbare hinaus kraftvoll zu sein.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
die uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns, wer bin ich, mich brilliant,
großartig, talentiert oder phantastisch zu nennen?
Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?
Du bist ein Kind des Lichtes.

Sich selbst klein zu halten dient nicht der Welt.
Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen,
daß andere um Dich herum sich unsicher fühlen.
Wir sind alle dazu bestimmt zu leuchten, wie es die Kinder tun.
Wir sind geboren worden, um den Glanz des Lichtes,
welches in uns ist, zu manifestieren.

Es ist nicht nur in einigen von uns, es ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen,
geben wir unbewußt anderen Menschen die Erlaubnis dasselbe zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart andere.

-Nelson Mandela

31. Oktober 2005

Count your blessings!

Eine sehr schöne Übung, die man sich mal für einen Tag vornehmen kann ist folgende.

Zähle die kleinen und großen Dinge, für die du dankbar sein kannst. Richte deinen Geist und deinen Aufmerksamkeit auf alles was dir geschenkt worden ist.

Brauchst du Inspiration? Dann versuch es mal mit einem "Downward-Comparison" - einem Vergleich mit denen, denen es definitiv schlechter geht als dir. Das ist legitim, sensibilisiert für das Leiden in der Welt und gibt dir zahllose Hinweise auf Dinge, für die du wirklich dankbar sein kannst, z.B. Frieden, körperliche und geistige Gesundheit,ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, eine warme Dusche, gute Bildung, liebe Freunde, eine spirituelle Praxis, etc. etc. etc.

Spüre den Gefühlen der Dankbarkeit nach und lasse sie dein ganzes Wesen informieren. Nun kannst du auch anderen Menschen dein Lächeln schenken. :)

P.S.: für Fortgeschrittene: dehne deine Dankbarkeit auch auf schwierige und unangenehmen Menschen und Situationen aus und sei zudem dankbar für alle Hindernisse, deren Überwindung deinem inneren Wachstum förderlich ist.

11. August 2005

neue Wilber mp3's - for free!




Cool!

Wilber im Gespräch mit Studenten von der JFK University. Audio-Material von 2003. Zum freien Download unter folgendem link. Man kann aber auch spenden...

Wilber mp3's bei "Formless Mountain"

ENJOY!

31. Juli 2005

Die Verwandschaft ästhetischer und mystischer Erfahrung

Ich schreibe momentan eine Hausarbeit zu diesem Thema und bin bei meiner Recherche auf einige interessante Passagen bei verschiedenen Künstlern gestoßen. Hier einige Auszüge daraus:

Hugo von Hoffmansthal, "Brief des Lord Chandos":
"Ich kann nicht erwarten, daß Sie mich ohne Beispiel verstehen, und ich muß Sie um Nachsicht für die Albernheit meiner Beispiele bitten. Eine Gießkanne, eine auf dem Feld verlassene Egge, ein Hund in der Sonne, ein ärmlicher Kirchhof, ein Krüppel, ein kleines Bauernhaus, alles dies kann das Gefäß meiner Offenbarung werden. Jeder dieser Gegenstände und die tausend anderen ähnlichen, über die sonst ein Auge mit selbstverständlicher Gleichgültigkeit hinweggleitet, kann für mich plötzlich in irgendeinem Moment, den herbeizuführen auf keine Weise in meiner Gewalt steht, ein erhabenes und rührendes Gepräge annehmen, das auszudrücken mir alle Worte zu arm scheinen. Ja, es kann auch die bestimmte Vorstellung eines abwesenden Gegenstandes sein, dem die unbegreifliche Auserwählung zuteil wird, mit jener sanft und jäh ansteigenden Flut göttlichen Gefühles bis an den Rand gefüllt zu werden. [...]
Ich habe Sie, mein verehrter Freund, mit dieser ausgebreiteten Schilderung eines unerklärlichen Zustandes, der gewöhnlich in mir verschlossen bleibt, über Gebühr belästigt"

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Marcel Proust, "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit":
"In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. Mit einem Schlage waren mir die Wechselfälle des Lebens gleichgültig, seine Katastrophen zu harmlosen Missgeschicken, seine Kürze zu einem bloßen Trug unsrer Sinne geworden; es vollzog sich damit in mir, was sonst die Liebe vermag, gleichzeitig aber fühlte ich mich von einer köstlichen Substanz erfüllt: oder war diese Substanz nicht in mir, sondern ich war sie selbst. Ich hatte aufgehört, mich mittelmäßig, zufallsbedingt, sterblich zu fühlen. Woher strömte diese mächtige Freude mir zu? Ich fühlte, daß sie mit dem Geschmack des Tees und des Kuchens in Verbindung stand, aber darüber hinausging und von ganz anderer Wesensart war. [...]
Wieder frage ich mich, was das für ein unbekannter Zustand sein mag, der keinen logischen Beweis, wohl aber den Augenschein eines Glückes mit sich führte, einer Wirklichkeit, der gegenüber alle anderen verblassen."

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Reiner Maria Rilke, "Erlebnis"

"Seiner Gewohnheit nach mit einem Buch auf und ab gehend, war er darauf gekommen, sich in die etwa schulterhohe Gabelung eines strauchartigen Baumes zu lehnen, und sofort fühlte er sich angenehm unterstützt und so reichlich eingeruht, dass er so, ohne zu lesen, völlig eingelassen in die Natur, in einem beinah unbewußtem Anschaun verweilte.[...]
Gleichwohl, bestrebt, sich gerade im Leisesten immer Rechenschaft zu geben, fragte er sich dringend, was ihm da geschehe, und fand fast gleich einen Ausdruck, der ihn befriedigte, vor sich hinsagend: er sei auf die andere Seite der Natur geraten. [...]
Überall und gleichmäßiger erfüllt mit dem in seltsam innigen Abständen wiederkehrenden Andrang, wurde ihm sein Körper unbeschreiblich rührend und nur noch dazu brauchbar, rein und vorsichtig in ihm dazustehen, genau wie ein Revenant, der, schon anderswo wohnend, in dieses zärtlich Fortgelegtgewesene wehmütig eintritt, um noch einmal, wenn auch zerstreut, zu der einst so unentbehrlich genommenen Welt zu gehören. Langsam um sich sehend, ohne sich sonst in der Haltung zu verschieben, erkannte er alles, erinnerte es, lächelt es gleichsam mit entfernter Zuneigung an, ließ es gewähren, wie ein viel Früheres, das einmal in abgetanen Umständen an ihm beteiligt war. [...]
Wo sonst sein Aufenthalt war, hätte er nicht zu sagen vermocht, aber daß er zu diesem allen hier nur zurückkehrte, in diesem Körper stand, wie in der Tiefe eines verlassenen Fensters, hinübersehend:[...]
Überhaupt konnte er merken, wie sich alle Gegenstände ihm entfernter und zugleich irgendwie wahrer gaben, es mochte dies an seinem Blick liegen, der nicht mehr vorwärts gerichtet war und sich dort, im Offenen, verdünnte;[...]"

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In der Terminologie Ken Wilbers gesprochen handelt es sich hier mit ziemlicher Sicherheit um einen Zustand naturmystischer Erfahrung („völlig eingelassen in die Natur“), der bereits in den Zustand eines „Zeugen“-Bewusstseins übergeht. „Die andere Seite der Natur“ ist demnach das spiegelgleiche Gewahrsein des Zeugen, das „schon anderswo wohnend“, die Identifikation mit und die Verwicklung in die „einst so unentbehrlich genommene Welt“ transzendiert hat. „Wo sonst sein Aufenthalt war“ ist deswegen unsagbar, weil – den Mystikern zufolge – dieses ‚Eine Bewusstsein’ überall und nirgends zugleich ist, und auch die bloße „Rückkehr“, bzw. die Erinnerung an die ursprüngliche Identität als reines Bewusstsein, wäre vor diesem Hintergrund sinnvoll interpretierbar. Das Schauen aus dem Körper, wie aus der Tiefe eines „verlassenen Fensters“ ist vielleicht eine Anspielung auf den Wegfall der Fiktion eines „Ichs“, das das Schauen besorgt – was nach Ansicht der Mystiker ebenso überflüssig ist, wie die Fiktion eines „Regners“, der das Regnen besorgt, oder die Fiktion eines kleinen Männchens, das im Radio-Gerät sitzt und Ansagen macht. Nein – im Radio-Gerät sitzt kein kleines Männchen, im Regen ist kein „Regner“ verborgen und hinter den Fenstern der Seele, den Augen, ist kein „Sehender“ zu finden. Dies beeinflusst die Qualität seines Blickes selber, der „nicht mehr vorwärts gerichtet“ war , sondern sich „im Offenen verdünnte“. Die fehlende Gerichtetheit des Blickes ist interpretierbar als Merkmal einer fehlenden Zweckgerichtetheit, die, aus dem Ego entspringend, gewöhnlich die reine Wahrnehmung durch Beurteilung und Kommentierung verengt und trübt. Dementsprechend des-identifiziert mit alltäglichen Zwecken wäre es nicht verwunderlich, dass ihm die Dinge „entfernter und zugleich irgendwie wahrer“ vorkommen.

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Letzlich ist im Auge des GEISTES der gesamte Kòsmos ein atemberaubendes Kunstwerk in dessen strahlender Schönheit man versinken und am liebsten nie wieder auftauchen möchte. (frei nach Ken Wilber)

30. Juni 2005

(integrale) Sniglets

Ich bin neulich auf den Ausdruck "Sniglets" gestoßen. Eine gängige Definition davon findet sich in der Wikipedia-Enzyklopädie Es sind kurz gesagt Wörter und Begriffe, die nicht im Wörterbuch stehen, dort aber stehen sollten.

Dort fand sich als weitergehender link diese amüsante Sammlung von Sniglets:
http://bertc.com/sniglets.htm

Spannend fand ich insbesondere die integralen Sniglets, die Dash in seinem Blog zusammengetragen hat, z.B.:

"Quadrantis syndrome– the inexplicable constant need to categorize any and all phenomenon into four quadrants (or the Big Three, or I, We and It).
Example: At dinner the other night I suddenly drew four boxes and did an integral indexing of the inside/outside of the individual/collective aspects of the Ruby Tuesday restaurant."

mehr findet ihr hier:
http://dashh.typepad.com/ilife/2005/05/integral_snigle.html

23. Juni 2005

Macht's gut und danke für den Fisch



würde Douglas Adams -Autor des nunmehr verfilmten Bestsellers "Per Anhalter durch die Galaxis"- sagen, wenn er noch am Leben wäre. Leider ist er bereits 2001 unerwartet im Alter von 49 Jahren verstorben.


Douglas Adams

Lest am besten zuerst das Buch "Per Anhalter durch die Galaxis", bevor ihr in den Film geht. Ich hab noch nie sowas von abgelacht beim Lesen eines Buches. Die filmisch Umsetzung ist durchaus gelungen, weicht allerdings gegen Ende vom Original etwas ab.

die Vogonische Dichtkunst ist übrigens die drittschlechteste des Universums, hier einer Kostprobe:

"Oh du punzig Turteldrom
dein Harngedränge ist für mich
wie Schnatterfleck auf Bienenstich"
-oder so ähnlich

Und die Anwort auf die große Frage nach dem Leben dem Universum und dem ganzen Rest lautet:
Na?

"42"

Meister Joshu hätte es kaum besser sagen können!

Check it out!

12. Juni 2005

Onkelfreuden

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Ich bin kürzlich -ohne mein geringstes Zutun - Onkel geworden. Das Bild zeigt mich mit meinem Bruder Olli und seinem Sproß Elias.

Ein Wunder. Ich freu mich so für ihn und seine Freundin.

neulich in Göttingen...

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mehr Fotos findet ihr unter
www.krawieczek.de

14. Mai 2005

integrAlltag



Ich hab lange nichts mehr geschrieben, der Grund ist einfach: integrAlltag.

Kaum Phasen der Reflexion: eine Verpflichtung verwandelt sich in die nächste im kontinuierlichen Strom des Lebens.

Dabei ist mein Alltag ganz abwechslungsreich. Zunächst mal ist da das Studium (Philo/Anglistik/Kunst).
Dieses Semester ist Pflichtprogramm angesagt. Scheine abhaken, bevor es Studiengebühren hagelt. Der Himmel ist bereits düster und es braut sich da was Kostspieliges zusammen. Also ranhalten und bloß nicht zu breit studieren. Langsam begreif ich, warum Wilber die Bedeutung von UR-Faktoren neuerdings so unterstreicht...

Als Kurse hab ich grad "Gadamer:Wahrheit und Methode", "Schelling:Philosophie der Mythologie", "Transkulturalität und Recht", "Ästhetische Theorie des 20. Jh." und zwei Sprachkurse für Anglistik. Alles ziemlich leseintensiv, so daß ich immer hinterherhechele, um einigermaßen vorbereitet auflaufen zu können. Vor dem sich im weiter ausbreitenden Horizont des Wissens sind die Versuche der Durchdringung auch nur eines Fachgebietes in der Spanne einer Lebensdauer geradezu auf putzige Weise heroisch zu nennen.

Das Wissen alles Wißbaren durch eifriges Lesen zu ergattern ist so töricht, wie den Ozean in einem Schluck austrinken zu wollen. Und doch: ins Zen-mäßige gewendet ist dies die große Aufgabe. Aufgabe im doppelten Wortsinn. Denn was uns aufzugeben aufgegeben ist, ist der zwanghafte Greifreflex unseres Geistes: als ob dadurch sich Glück und Frieden auf Dauer einstellten. Der Griff geht ins Leere. Doch diese Leere engeht dem greifenden mind in seiner Fülle, die nicht faßbar, sondern nur ein Hauch von No-thing ist. Ich las neulich den Begriff "No-How" (keinen Plan haben, keine Vorstellungen hegen) als Beschreibung eigentlicheren Wissens, im Gegensatz zu "Know-How".

Montags mach ich dann mit Steffi noch einen Yoga Kurs (Hatha und Nidra) bei einem ziemlich smoothen Typ namens Christian. Es ist angenehm, wenn Lehrer ihre Lehre verkörpern (was nebenbei bemerkt die beste Definition von "Lehrer" ist). Unglaublich, wie sich das in puncto Dehnbarkeit (ich bin Fußballer!!!) und Geschmeidigkeit auswirkt. Der Sonnengruß ist mittlerweile in mein morgendliches Praxisprogramm gerutscht ( 3x vor dem Sitzen). Auch Pranayama (Atemübungen) haben unmittelbare Effekte. Empfehlenswert.

IntegrAlltag pur: Nebenjob, schuften in diesem Laden hier: http://www.moeller-frischdienst.de/index.htm

Das ist ein Kühllager mit Molkereiprodukten, wo ich in interkultureller Atmosphäre (Russen, Italiener, Deutsche) für 7,50 Eur/Std Rollcontainer mit Waren zusammenstelle, die dann im norddeutsche Raum ausgeliefert werden. Vorteil: flexible Arbeitszeiten und den coolsten Vorgesetzten wo gibt. Guiseppe Verdi, Italiener, Inter Mailand-Fan hoch 18, notorischer Charmeur und selbsternannter Fußball-Gott (Spruch: "Der Ball muß kleben am Fuß - wie mit Pattex!" mit todernstem Blick, während er sich zur Verdeutlichung auf den Fuß klopft). Sensationell. Der Typ hat seine Seele an die Firma verkauft - arbeitet md. 50-60 Stunden die Woche. Workaholic-Samsara zum Anfassen.

Ich hingegen bringe es auf mickrige 6-8 Stunden die Woche. Und das reicht mir voll und ganz. Integrale Aspekte dieses Jobs sind die real-life-Studien von real-life-Menschen in ihrem engen Horizont mit gewöhnlichen Problemen. Mann, das erdet vielleicht. Das erdet manchmal so sehr, dass ich froh bin, wieder zur Abwechslung in den luftigen Höhen des Studiums um abstrakte Allgemeinheiten zu kreisen. Nicht zu vergessen der körperliche Aspekt: es ist ein kostenloses Work-Out Programm, Arme-Bauch-Bein-Po, sozusagen.

Dann spiele ich noch selber Fußball in einem Kreisliga-Verein. www.sv-dreye.de Momentan allerdings nicht, nachdem ich mir im März beim Hallentraining den Mittelfuß angebrochen hab und seitdem die Rückserie für mich gelaufen ist. Ärgerlich. Mache jetzt Krankengymnastik und kämpf mich für die nächste Saison wieder ran.

Kürzlich waren wir in Hamburg bei Eli Jaxon Bear, dem Autor des Buches "Das spirituelle Ennegramm" (sehr empfehlenswert). Das war zugleich meine erste Satsang-Erfahrung. Ich muß sagen, dass es mir gut gefallen hat. So gut, dass wir am zweiten Tag noch mal hingefahren sind. Ich hatte keine ausschweifende Erfahrung oder so was, aber die Atmosphäre hat mich doch berührt. Zugleich ist es Anstoß für mich gewesen, mich noch mal näher mit Vedanta, Ramana Maharshi, Selbstbefragung und dergleichen zu befassen.

IntegrAlltag: das nächste iMove Treffen steht ins Haus und ich werde noch einiges vozubereiten haben.

Zudem bewerben Steffi und ich uns bei diversen Studienförderungen um Unterstützung für den kommenden Aufenthalt im Boulder (Februar-Mai 2006). Dieser Trip erscheint mir wie die Zuspitzung meines Lebensthemas, eine Art Pilgerfahrt, bei der ich keine Ahnung habe, was ich dann im Anschluß hier noch zu tun haben werde. Es scheint alles so unwichtig und zweitrangig zu sein. Die Hoffnung ist, dass ich danach wissen werde, wohin die Reise für mich gehen soll. Die Angst ist, dass ich es dann immer noch nicht weiß. Aber auch diese Angst erscheint zweitrangig für ein Bewußtsein, dessen Ausdenung niemals enden wird.

Genug sinniert. Der Alltag ruft und ich bin hörig.

15. April 2005

Erfahrungsbericht vom Treffen des EGremiums in Frankfurt 01.-03.04.'05

Neulich waren Steffi, Sabine, Ricarda und ich auf dem Treffen des Entscheidungsgremiums des AK Ken Wilber in Frankfurt. Wir waren zu Gast bei Sonja Student und Petra Eva Frassa. In Frankfurt brodelt es schon seit langem - man plant ein Integrales Institut aufzuziehen, einen konkreten Ort, an dem Seminare und dergleichen auf professioneller Ebene stattfinden können. Die Regio-Gruppe boomt und wird getragen von einer großen Verbindlichkeit der Mitglieder. Das ist ein neuer "drive", der sich da zeigt, über den wir uns alle sehr freuen. Diese Regiogruppe ist auch für die Gestaltung der nächsten Tagung im Anfang September zuständig, was vielleicht noch mal einen positiven Rückkoppelungseffekt auslösen kann.

Hilde Weckman aus Berlin wurde einstimmig in den Vorstand gewählt, um den aufgrund von anderen Verpflichtungen ausgeschiedenen Wolfgang Schmidt-Reinecke zu ersetzen. Eine gute Wahl, wie alle meinen, denn nicht zuletzt ist Hilde in Berlin sehr aktiv und hat sich auch für die Gründung einer Integralen Stiftung verdient gemacht, für die schon 10% der Gelder bereit stehen (immerhin bereits 35.000 Eruro!!). Die Stiftung soll dann integrale Initiativen fördern, unterstützen und finanzieren. Also- falls ihr nen reichen Onkel habt, der nicht weiß wohin mit den Millionen, dann meldet euch bei Hilde!

Es wurde über die Professionalisierung der Fach-und Regiogruppen diskutiert, wobei Maßnahmen zur Qualitätssicherung verabschiedet wurden (z.B. ein obligatorisches Wilber-5 Seminar im Dezember für alle Regio-LeiterInnen).

Mia von Waldenfels wird in Zukunft die Ansprechpartnerin für die Öffentlichkeitsarbeit im AK sein. Mit dieser medienerprobten und charmanten Frau sicherlich ein weiterer personeller Gewinn für den AK.

Das Buchprojekt wird bis auf weiteres in einen aufgewerteten, durch Werbung finanzierten, Rundbrief überführt, der neben den kommenden Veröffentlichungen der Integral University (in übersetzten Auszügen) auch die bisher gesammelten deutschsprachigen Beiträge zu Theorie und Praxis von AQAL enthalten soll. Ein Best Of dieser Beiträge könnte in Form eines Jahrbuches erscheinen.

Insgesamt war ein stärkerer Zug hin zu einer professionelleren Ausrichtung des AK Ken Wilber festzustellen – ein Punkt der angesichts der überwiegenden Ehrenamtlichkeit und Gemeinnützigkeit des Aks – sich als nicht unproblematisch erweist. Hier wird die Zukunft zeigen, in welcher Form das Ganze weitergeführt wird, ob der AK sich von der formellen vereinsrechtlichen Einbindung in die DTG löst und sich als eigenständige Gruppierung abkoppelt und welche Rolle vielleicht eines Tages die Integrale Stiftung in dieser Hinsicht spielen kann.

Zwischendurch wurde das Programm „integralisiert“ durch Meditationen, Körperübungen (ITP) und abends auch durch Showeinlagen von Dirk (Clown-Nummer), Gerd (Heinz Erhardt stories) und Michael und dem Lebensgefährten von Sonja (Gitarrenkonzert auf hohem Niveau). Das macht Lust auf die kommende Tagung.

stay tuned!

22. März 2005

21. März 2005

Katastrophen-Management

Was tun, wenn die Geschehnisse überhand nehmen? Was tun, wenn man in kollektiver oder individueller Hinsicht mit dem konfrontiert ist, das

a) einen zutiefst verletzt und demütigt
b) alles Vertrauen, das man gegeben hat, ad absurdum führt
c) der GAU schlechthin ist
d) das Selbst in eine Erfahrung des Todes stürzt
e) einem völlig den Boden unter den Füßen wegzieht
f) unausweichlich das Herz zerreißt ?

Was kann man da tun?

simpel: nichts.

Mit anderen Worten:
sich dem Leben selber anvertrauen. Mit der Angst sein, mit der Verzweiflung sein, mit der Trauer sein – mit allem sein, was Wirklichkeit ist. Wach, aber ohne Kampf, ohne Jammern, ohne Bedingungen, ohne Erwartungen, ohne Konzepte, ohne Weglaufen. Bei dem bleiben, was die Wahrheit ist - ganz gleich ob diese Wahrheit erfreulich oder grauenvoll ist. Eine bedingungslose Haltung zur Ist-heit aufrechterhalten. Immer wieder liebevoll hinsehen und alles mit gleichem Dank akzeptieren. Alle Emotionen umarmen. Nicht jeden und alles lieben – sondern so sehr man eben kann.

Sterben. Seinen Wünschen, Hoffnungen, Erwartungen, Begierden friedvoll und offen in die Augen blicken und sie sterben lassen. Nackt und verletzlich, die Rüstung abgelegt, mit offenen Händen liegen bleiben. Sich ganz auf den Grund des Leidens sinken lassen und still bleiben.

Und dann...

FREUDE! Schallendes Gelächter! Ich bin ja immer noch da!

Sei dir bewußt: Das ist die Chance Zeugnis darüber abzulegen wer du bist. Wer bist du in Beziehung zu dieser Katastrophe? Die Grandiosität der Katastrophe ist der Hintergrund auf dem sich deine Grandiosität erst abbilden kann. Sei dankbar für dieses Feuer, das so heiß ist, dass es im Nu alles Falsche und Jämmerliche an dir verbrennen kann.
You cannot control the waves-but you can learn to surf.

"Und so lang du das nicht hast,
Dieses: stirb und werde,
Bist du nur ein trüber Gast
auf der dunklen Erde."
--J.W.v.Goethe, West-östlicher Diwan

Übt die Wunden der Liebe.

Übt die Wunden der Liebe.

Übt die Wunden der Liebe.

Übt die Wunden der Liebe.

19. März 2005

Aufklärung Reloaded

"Entschuldigen sie bitte, was wissen sie über Erleuchtung?"

"Haben sie schon mal Meditation ausprobiert?"

"Wie stehen sie zu der Philosophie von Ken Wilber?"

"Sagt ihnen der Begriff 'integral' irgend etwas?"

"Glauben sie, dass der Mensch sich selber transzendieren kann?"


Machen wir uns nicht lächerlich.

Niemand von uns würde in der Fußgängerzone der Innenstadt herumlaufen und fremde Menschen mit solchen Fragen belästigen.

Aber warum eigentlich nicht? Ist Aktionismus und soziales Engagement eigentlich nur ein Vorrecht des Grünen Memes?

Wie könnte man einen integralen Wertekanon wenigstens sichtbar machen? Ein integrales Lebenszeichen im Mainstream, ein Tupfer gelb auf der Farbpalette.

Joschka Fischer neulich in einer Rede vor dem Bundestag sinngemäß: Es ist nicht so, dass die eine Seite immer recht und die andere Seite immer unrecht hat...

Wir brauchen eine Aufklärung der Aufklärung der Aufklärung: Aufklärung reloaded. Die Aufklärung der Grünen über den evolutionären Zusammenhang der pluralistischen Perspektiven. Die Aufklärung der Gesellschaft über „leben und leben lassen“ der Wertesysteme. Ein selbstbewusstes Auftreten einer verantwortunsgsvollen, mitfühlenden Gruppe von Menschen, die von authentischer Transformation nicht bloß spricht, sondern ein lebendiges Vorbild dafür ist. Ich schmeiß mich selber dafür schon mal in die Waagschale- über die anderen verfüge ich nicht.

Da haben wir „integrale Salons“ und ein putziges kleines Integrales Institut in Amerika. Einen AK Ken Wilber und eine Handvoll Unerschrockener angesichts einer Masse Hoffnungsloser. Das ist nicht genug, um die Ego-Verkrustungen der Medien zu durchbrechen, geschweige denn die Flachland-Zyniker einmal lang genug aufschauen zu lassen, bevor sie sich wieder ihrem erschreckend sinnlosen Traum hingeben.

Ich bitte den Himmel um eine Inspiration. Zeit mag eine Illusion sein – doch sie läuft der Erde davon. Es muss doch möglich sein, dass die Menschheit wenigstens einmal durch nüchternes Beobachten Schlüsse zieht und nicht erst auf die nächste Katastrophe wartet, bevor sie die Richtung ändert.

Also mach schon, Neo: die rote, oder die blaue Kapsel?

14. März 2005

ITP-kompatibles Mantra zum alltäglichen Gebrauch

Gebet des hl. Franziskus von Assisi

Herr,
mache mich zum Werkzeug deines Friedens:
Dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
Dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
Dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist,
Dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
Dass ich Wahrheit bringe, wo Irrtum herrscht,
Dass ich Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
Dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit herrscht,
Dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet-

O Meister,
Hilf mir, dass ich nicht danach verlange:
Getröstet zu werden, sondern zu trösten,
Verstanden zu werden, sondern zu verstehen,
Geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn:
Wer gibt, der empfängt,
Wer verzeiht, dem wird verziehen,
Wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.
Amen.

Cartoon über menschliche Evolution

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"Ich hab mich schon gefragt, wann dir auffallen würde, dass es da noch viel mehr Stufen gibt."

13. März 2005

Bericht : Wilber /Gebser-Seminar - Uni Oldenburg WS 04/05

von Dennis Wittrock

Im Wintersemester fand an der Uni Oldenburg erstmals ein Seminar unter dem vielversprechenden Titel: „Evolution des Bewusstseins und kultureller Wandel: Ken Wilber und Jean Gebser – Integrales Bewusstsein in der Gegenwart“ unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Peter Gottwald , Sabine Mählmann und mir statt. Das Seminar wurde im Rahmen des Studiengangs Psychologie (im Speziellen: im Bereich der transpersonalen Psychologie) abgehalten, war jedoch auch für Philosophie ausgeschrieben. Professor Gottwald (bereits emeritiert) ist gegenwärtig der Vorsitzende der deutschen Sektion der Jean Gebser Gesellschaft und hatte schon über mehrere Jahre Seminare über Jean Gebsers Konzeption des Integralen Bewusstseins gegeben. Für dieses Semester hatte er sich dazu entschlossen, die Übereinstimmungen zwischen Wilbers und Gebsers Werk zu erkunden.

Inhalte
Zu diesem Zweck lud er Sabine und mich als ausgewiesene Wilber-Experten dazu ein, diesen Teil der Darstellung zu übernehmen. Dies taten wir in den ersten fünf Sitzungen, die jeweils den zentralen Inhalten von Wilbers AQAL-Modell gewidmet waren. Es ging um eine Übersicht über Wilber und seine wichtigsten Bücher, über Holons und die vier Quadranten, die Linien und Level der Entwicklung, Spiral Dynamics, die Drehpunkte der Selbstentwicklung und die Zustände des Bewusstseins. Ich selber habe viel mit Power-Point-Präsentationen gearbeitet, um den frontalen Vortragsstil etwas aufzulockern und neue Medien mit einzubeziehen.
Nach einer besinnlichen Weihnachtsfeier mit Kerzen, Tee und Keksen, zu der die Teilnehmer eine Weihnachtsgeschichte mitbrachten und sich gegenseitig zu Gehör brachten, übernahm dann im neuen Jahr Prof. Gottwald mit seiner Darstellung von Jean Gebser. Ferner gab es eine Sitzung zum Thema „Das Integrale“, die wir gemeinsam gestaltet haben. Wir sprachen auch über die Beziehungen zwischen dem Integralen und der Zen-Tradition. Sabine übernahm einer Sitzung zum Thema „Ökologie“ und Prof. Gottwald gab uns eine erhellende Interpretation der „Faust“-Geschichte aus integraler Warte. Stefanie Tangeten stellte uns intergrale Institutionen und Webseiten vor. In einer Abschlusssitzung trugen wir die Ergebnisse zusammen, reflektierten den Seminarverlauf und klärten noch einige offene Fragen.

Das Publikum
Zu den Seminaren erschienen regelmäßig 20-25 Zuhörer, von denen ein großer Teil Prof. Gottwalds Stammhörer aus dem vorherigen Gebser-Seminaren waren. Dieser Teil war altersmäßig zwischen 45 und 65 angesiedelt. Der andere Teil wurde durch viele jüngere Studierende vor allem aus dem Bereich der Psychologie in unserem Alter (zwischen 22 und 30) gestellt, was in sich eine interessante Mischung darstellte und die Altersstruktur der Vortragenden nahezu exakt reflektierte.

Neben dem Seminar
Das Seminar (16-18h) wurde jeden Montag flankierend begleitet von Zen-Meditation (18-20h) und einem integralen Salon (20-21.30h). Im Anschluss an das Seminar gab es die Möglichkeit, im hiesigen „Raum der Stille“ (eine Besonderheit der Oldenburger Uni) meditative Praxis mit einer vor Ort praktizierenden Gruppe von Zen-Übenden in der Linie der Sanbo-Kyodan-Schule (Gundula Meyer/Willigis Jäger) unter der Anleitung von Bernd Bollweg auszuüben. Nach dieser Stille-Phase konnte man dann im integralen Salon bei Tee und anderen Leckereien alle möglichen Themen diskutieren, Wilber-Videos schauen oder Beiträgen der Seminarteilnehmer lauschen. Hier ergaben sich oft lebhafte Gespräche und wertvolle persönliche Kontakte, die zu der Idee geführt haben, den „integralen Salon Oldenburg“ über das Seminar hinaus weiter zu führen.

Fazit
Ich denke, dass es nicht vermessen ist zu behaupten, dass das Seminar für alle ein großer Erfolg war. Was für jeden einzelnen erfolgt ist, vermag ich indessen nicht zu sagen, jedoch was die Essenz für mich war. Dieses Seminar war für mich eingespannt in einen großen Bogen synergetischer Energie, den ich rund um integrale Denker und Bewegungen schon zuvor wahrgenommen habe. Durch eine glückliche Fügung ergab es sich für mich, dass mir die Gelegenheit geschenkt wurde, das zu tun, was ich schon lange schmerzlich vermisst habe: Ken Wilbers Gedanken im universitären Rahmen thematisieren zu können. Witzigerweise durfte ich selber das Seminar mitgestalten, das ich früher gerne besucht hätte.
Dies verdanke ich meiner Bekanntschaft mit Peter Gottwald. Aber es ist keineswegs so, dass diese Dankbarkeit und Bereicherung eine Einbahnstraße gewesen wäre: Wie Peter versichert hat, hat auch die „Gebser-Fraktion“ aus Oldenburg viel frischen Wind und neue Ideen aus dem Seminar mitnehmen können - ein Schwung, der auch der allmählich vergreisenden Jean Gebser-Gesellschaft mehr neues Leben einhauchen könnte.
Und weil das Ganze eine solch runde Sache und ein voller Erfolg gewesen ist, dürfen wir uns schon im kommenden WS 05/06 auf eine Neuauflage des Wilber / Gebser-Seminars in Oldenburg freuen!

Das Team von links nach rechts:
Sabine, Steffi, Dennis und Peter
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12. März 2005

Nach KORALL kommt das PINKE MEME!

Hey Leute,

Neuigkeiten: Man hat jetzt die ersten Indizien für das Emergieren eines neuen vMEMEs gefunden: Es wird das PINKE MEME. Hier erste Beweisfotos von der evolutionären Speerspitze
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10. März 2005

Warum eigentlich fundamental integral?

Dieser Blog heisst "fundamental integral".

Why?

'cos da 'fun' comz from 'da' 'mental'
(neudeutsch für : "Denken macht Spass".)

Fundamentalismus hat einen schlechten Ruf. Was aber, wenn alle "fundamental integral" wären? Dann würde man beim Anblick eines Flachländers spontan seinen "Integralizer" zücken, ohne Augenzwinkern abdrücken, und...

ZAPP!

Quadranten fliegen durch die Luft, Memes spritzen nur so umher, alles fällt in eine gähnende Tiefe, der Raum dreht sich komplett auf links und faltet sich in absurden, fraktalen Zickzackmustern, die dualistische Logik knirscht und knarzt, Sprache nimmt Urlaub und fährt auf eine Spritztour ins Schweigen des Einen Geschmacks.

Version B :

Ken Wilber reißt die Weltherrschaft an sich und das integrale Institut schaltet alle Regierungen gleich. Propaganda-Minister Andrew Cohen fragt in einer feurigen Rede den integralen Mob "WOLLT IHR DIE TOTALE TRANSFORMATION!"
Und der Mob brüllt und jubelt!!!

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Ihr dürft alle Beiträge kommentieren.

iMove Treffen in Bremen

Danke an alle, die dabei waren und dieses Treffen so wunderbar durch ihre Präsenz bereichert haben - ein echtes Präsent...

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etwas Poesie ist immer gern gelesen...

Regen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Im stillen Herzen
Nur Geplätscher

Fiel zu Boden
Mit jedem Tropfen
Nichts mehr zu erhaschen
Die Sorgen einfach weggewaschen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Im Rauschen ertrunken
Im Moment versunken
Heimliches Entzücken
Freudiges Erglücken
gluck, gluck, gluck

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Entblößt und unbekleidet
völlig nackt und offenbar
stummes Erstaunen
Tropfen um Tropfen wunderbar

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Völlig ausgeflossen
vom Blitz erschossen
total zerprasselt
und vergossen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Mit dem Herzen lauschen:
Ich bin nur Rauschen

Vernichtet stand ich
als der Regen fiel

Vernichtet: Ich

nur Regen regte sich.

Dennis Wittrock
Kiel, den 25.04.2002

9. März 2005

Willkommen!

Willkommen! Schön, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast.

Zum Einstieg erstmal ein kleiner Reminder in Bezug auf das Wort "BLOG".
Was heißt das eigentlich?
So viel ich weiß ist das eine Abkürzung für Web-Logbuch: weblog --> blog.

Ich werd hier dann in Zukunft mal alltägliche Reflexionen aus integraler Warte einstreuen und um die Gnade des Lesers betteln....