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Man lese den neuen FOCUS und staune



Im aktuellen Focus (Nr.52,vom 23.Dez 2005) findet sich ein interessanter Artikel von Christian Weber über die neuartige Spiritualität der Deutschen. Auch der Name Ken Wilber wird am Rande erwähnt, ohne jedoch positiv oder negativ genauer darauf einzugehen. Der Artikel ist ganz ordentlich recherchiert und enthält unter anderem Bezüge zu Kai Romhardt (mit dem Max Peschek im integralen Salon Bremen ein Kurzseminar in diesem Jahr angeboten hat), Thich Nhat Hanh, Willigis Jäger, Anselm Grün, Richard Davidson, S.H. der Dalai Lama, Eckhart Tolle, Samarpan, OM C. Parkin, William James, Thomas Metzinger, Meister Eckhart, Nagarjuna, Wilfried Belschner (Uni Oldenburg), Susan Blackmore, Ullrich Ott (DER Medi-Forscher Deutschlands, Mentor und Supporter von Steffis Diplomarbeit), etc.

Der Artikel ist der Leitartikel dieser Ausgabe und findet lustigerweise Platz in der Rubrik "Forschung und Technik" und ist betitelt mit "Erleuchtung nicht ausgeschlossen". Diese Art der vorsichtigen Formulierung erinnert mich an den Spruch "kann ja nicht schaden", den ehemalige AK-Medienmann Wolfgang Schmidt-Reinecke einmal als eine überaus progressive Bewertung von Meditation und Spiritualität innerhalb der tranzendenzkritischen Medienlandschaft identifiziert hat. So ist auch dieser Artikel trotz all seiner süffisanten Distanz zu Phänomenen innerhalb der Satsang-Szene differenziert genug geschrieben, um diese neuartige Geistesströmung nicht in Bausch und Bogen ablehnen zu müssen. Er ist geradezu bahnbrechend, denn er schlägt eine Bresche für Spiritualität in den Mainstream. (Magazine wie der SPIEGEL sind mit diesen Themen weniger zimperlich, wie folgender Artikel aus dem Sonntagsblatt dokumentiert.)

Witzigerweise hatte eine Woche zuvor ein Redakteur des Focus telefonisch bei mir und anderen AK-Regioleitern angefragt, um Bildmaterial von Ken Wilber aufzutreiben. Er war nicht der Hauptverantwortliche, aber konnte mir dennoch einige Auskünfte über den Hintergrund des Artikels geben - so etwa, dass zu Weihnachten "etwas über Religion und Spiritualität" im Titel stehen sollte, jedoch "nicht im traditionellen Sinne". Ich konnte ihm leider nicht mit abdruckbaren high-res jpegs dienen, aber dennoch erschien ein Bild von Ken im Artikel. Überschrift: "Coaches für den Geist - Neue spirituelle Lehrer faszinieren in den USA und Europa viele Anhänger." Darunter Bilder und Kurzbeschreibungen von Eckhart Tolle, Paul Lowe, Thomas Hübl, OM C. Parkin und schließlich auch von Ken. Neben seinem Bild steht:
"Ken Wilber, 56 der erleuchtete Philosoph Einer der wenigen neuen spirituellen Lehrer, dessen Werk von Philosophen und Theologen ernst genommen wird. Wilber versucht mit seiner 'integralen Psychologie' eine Theorie der spirituellen Evolution zu begründen."

In der Rubrik "Tipps: Wegweiser Spiritualität" wird neben einem Titel von Willigis Jäger und Thich Nhat Hanh auch Wilbers Buch "Wege zum Selbst" als "Buchtipp" aufgeführt.

Thematisiert werden u.a. noch Techno-Trance, Neo-Tantra, die Satsang-Szene, interkultutelle Universalität der mystischen Erfahrung, Meditationsforschung und Induktion transpersonaler Erfahrungen durch elektromagnetische Impulse auf das Gehirn sowie durch Drogengebrauch.

Der Autor Christian Weber scheint etwas für das Thema übrig gehabt zu haben, denn es kam dabei ein interessanter, informativer, kritischer und wohlwollender Arikel über postkonventionelle Spiritualität heraus. Lesenswert.

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