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Posts mit dem Label "Gedicht" werden angezeigt.

Fragment, 23.11.2010

Heute ist nicht "Dienstag". Dies ist nicht "Bremen". Ich sitze nicht im "Café". Ich bin erwacht aus allen Illusionen, aus dem Gefängnis der Sprache. Getürmt, über alle Berge. Über allen Bergen weht der Wind, hinein in das Offene. Der Versuch den endlosen Raum in einer Streichholzschachtel unterzubringen ...ist gescheitert. Dein Name ist nur eine Geschichte. Nur eine Geschichte, aufgeschichtet aus dem Sand vergangener Ereignisse. Die Tür stand jederzeit offen. Ich gehe jetzt nach Hause, wo ich bin. Komm mit, du bist schon da. Lass uns das Spiel tektonischer Platten beobachten und mit den Walen tauchen. Hinter der Tür ist eine Tür. Sie führt ins Leere. Ich fasse mir ein Herz und springe. Der Spiegel zerbricht, die Splitter formen mein Antlitz. Lass sie sinken in die leuchtende Transparenz. Ich verfolge den Schatten zurück bis zur Lichtquelle. Dort wartest du und lächelst mich an. Mein Gott, es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Ich sollte Recht haben. Es gibt ...

Sandmenschen

Wir Menschen sind aus Sand gemacht und klopfen an die Wände der Sanduhr. Korn um Korn rinnt unser Leben davon unaufhaltsam dem Tode entgegen. Wir bestehen aus Sand, wie alles andere. Wir rieseln Sekunde für Sekunde Minute für Minute Stunde für Stunde Tag um Tag Woche um Woche Jahr um Jahr. Unser Sand rieselt dahin, dem Loch entgegen. Alles was wir berühren können besteht aus Sand. Wer lauscht hört das Rieseln in Allem. Das ist unendlich traurig. Die Sandkörner sind verklebt durch Tränen. Am Ende fällt alles durch dasselbe Loch. Wir reichen uns die Hand aus Sand und zerrieseln in Eins. Mögen wir alle am selben Strand landen, wo die Wellen der Ewigkeit sich in der sanften Brandung brechen unaufhörlich, von jetzt zu jetzt. 26.06.2009

Schlafanzug

Schlafanzug Mein Schlafanzug ist aus feinstem Zwirn Ausgewählte Stoffe aus besten Gedankenfasern Gespindelt in meinem Hirn Weich und anschmiegsam. Wir haben ihn alle noch an. Ist es wirklich schon fünf vor zwölf? Mein Gott, ich muss aufstehen. Da muss ich lachen. Besser wäre erst mal aufzuwachen. Klingelt da ein Wecker? Ich dreh mich um und schlummer noch lecker. Ganz schön penetrant das Teil. Habe ich ihn jetzt ausgeschaltet oder habe ich das nur geträumt? Schmetterlinge in Hasenkostümen schnattern um die Wette. Ach so. Ich bin also schon längst wach. Im Schlafanzug setze ich mich in die Straßenbahn. Keiner merkt was. Keiner merkt, dass alle Welt im Schlafanzug unterwegs ist. Warum sollten sie es auch glauben? Das wäre ja nur allzu lachhaft. Eine komische Spezies mit einer verdammt einseitigen Garderobe. Nur von Zeit zu Zeit erscheint ein Nackter Und stellt meinen Wecker wieder an. 30.04.2008

Sinnsucht

In keiner anderen Zeit Macht soviel Sinn sich breit In keiner anderen Seele Kann ich dir begegnen Es steht dir ins Gesicht geschrieben Schau dich bloß um Sobald du zögerst ist dein Flehen vergebens Was ist der Sinn des Lebens? Du machst so viel. Du rauschst ins Nirgendwo. Sag mir Bescheid wenn du angekommen bist. Ich komme dir entgegen Ganz verwegen Und reiche dir die Hand Du hast schon auf ganz andere Dinge gespuckt. Und überhaupt: was es mich den anginge Du hast geguckt Und dich selbst im Regen stehen lassen